Google killt Traffic
Seit der Einführung von Googles neuen KI-Overviews im Mai 2024 verändert sich das Suchverhalten radikal – und mit ihm die Spielregeln für organische Sichtbarkeit.
Die von Künstlicher Intelligenz generierten AI Overviews erscheinen gut sichtbar oberhalb der klassischen Suchergebnisse und bündeln Inhalte aus verschiedenen Quellen. Diese prominente Platzierung hat erhebliche Auswirkungen.
Laut einer Analyse von Ahrefs sinkt die Klickrate auf das erste organische Suchergebnis um bis zu 34,5 %, sobald eine KI-Antwort angezeigt wird.1 Besonders stark betroffen sind generische Suchanfragen, wie eine Studie von Amsive belegt – mit einem durchschnittlichen CTR-Rückgang von 20 %.2
Rückgang des Traffics bei gleichzeitigem Anstieg der Zero-Click-Suchen
Laut Similarweb ist der Anteil der Zero-Click-Suchen seit der Einführung der Google AI Overviews im Mai 2024 von 56 % auf 69 % gestiegen.3 Das bedeutet, dass inzwischen fast 7 von 10 Nutzer:innen auf Google ihre Antwort finden, ohne auf einen einzigen Link zu klicken.
Was nun?
Die wirksamste Antwort auf Googles Innovationen? Selbst aktiv werden! Denn wer sich auf AI Overviews und Suchalgorithmen verlässt, ist nur noch Beifahrer – Sichtbarkeit wird zum Zufall. Wer das Steuer wieder in die Hand nehmen will, setzt auf Push-Marketing: proaktiv, relevant und kanalübergreifend.
Doch wer diesen Weg geht, darf nicht bei generischem Content stehenbleiben. Damit der Aufwand auch Wirkung entfaltet, braucht es echte Hyperpersonalisierung. Denn wer einem Kunden das richtige Produkt mit der falschen Story verkauft, verpasst die eigentliche Chance der Digitalisierung.
Die folgende Formel zeigt, worauf es bei der Hyperpersonalisierung ankommt:
Die Formel für Hyperpersonalisierung
Nur wenn alle drei Bausteine zusammenspielen, entsteht Kommunikation, die wirklich trifft.
Stellen Sie sich Kommunikation vor, die sich anfühlt, als wäre sie nur für Sie gemacht: passender Inhalt, perfektes Timing, der richtige Kanal. So entsteht Relevanz – und aus Relevanz wird Wirkung. Genau da müssen Unternehmen hin.
Hyperpersonalisierung? Für sie einfach „ihr Job“
Ein Kunde betritt den Shop – die Verkäuferin hebt kurz den Blick, liest Haltung, Blick, Tonfall. Sie weiß sofort: Stammkunde. Kein Smalltalk, direkt zum Punkt.
Fünf Minuten später kommt ein anderer Kunde – die Verkäuferin fragt, hört zu, erklärt von Anfang an. Sie denkt nicht nach, sie reagiert intuitiv. Jeder Kunde bekommt genau das, was er braucht.
Und niemand nennt das Hyperpersonalisierung – obwohl es genau das ist.
Effektivere Kampagnen durch Hyperpersonalisierung
Wie Sie durch Personalisierung mehr Kund:innen gewinnen, weiß unser Experte Christopher Brandstötter.
Verbesserte Experience
Bis zu 60% mehr Conversions
Stärkere Kund:innenbindung
Flaschenhals Content-Produktion
Doch wie schafft man Content, der so individuell ist wie der Mensch, der ihn konsumiert?
Während datengetriebene Kommunikation längst möglich ist, bleibt die Content-Produktion der limitierende Faktor. Die Individualisierung der bestehenden Touchpoints für jede Zielgruppe – oder gar jede einzelne Person – ist heute oft manuell, aufwendig und nicht skalierbar. Templates reichen nicht mehr aus, um den Anforderungen an Text, Visuals, Layout und Compliance gerecht zu werden.
Was fehlt, ist ein System, das kreative Produktion so intelligent steuert wie ein Marketing-Automation-Tool den Versand vom E-Mail Newsletter. Und hier kommen AI Agents ins Spiel.
Was ist eigentlich ein AI Agent?
AI Agents sind autonome Softwareeinheiten, die Aufgaben selbstständig ausführen, Entscheidungen treffen und aus Daten lernen können. Sie interagieren aktiv mit ihrer Umgebung, reagieren auf Veränderungen und verfolgen dabei definierte Ziele.
Beispiele für AI Agent Aufgaben:
– „Erstelle eine Einkaufsliste und bestelle alle Zutaten für ein südamerikanisches Frühstück.“
– „Vergleiche drei Mitbewerber und fasse die Erkenntnisse in einer Präsentation zusammen.“
– „Sieh in meinen Kalender und bereite ein Briefing für meine nächsten Kundentermine vor.“
Der Agentic Content Loop
Um KI-Innovationen gezielt voranzutreiben, haben wir ein eigenes Labor geschaffen, in dem wir experimentieren, testen und groß denken. Im sogenannten Impact Lab arbeiten wir daran, KI-gestützte Content-Prozesse auf ein neues Level zu heben – noch individueller und noch skalierbarer. Die Lösung: der Agentic Content Loop.
Basierend auf zwei technologischen Säulen – Customer-Experience-Management (z. B. SAS) und Omnichannel-Content-Management (z. B. Censhare) – orchestriert ein Set spezialisierter KI-Agenten alle Schritte der Content-Produktion. Dabei ist das System bewusst technologieoffen konzipiert und nicht an bestimmte Lösungen und Tools gebunden.
Das Zusammenspiel der Agenten ermöglicht eine radikal neue Art der Content-Erstellung: automatisiert und skalierbar – aber keine Blackbox. Durch das Prinzip „Human in the Loop“ bleibt jederzeit menschliches Eingreifen möglich – für mehr Qualität, Transparenz und Kontrolle.
Agentic Content Loop
Briefing-Agent
übernimmt die Aufgabenklärung (z. B. von einem Produktmanager oder automatisiert aus CRM-Systemen).
Data-Agent
prüft Datenverfügbarkeit, ergänzt fehlende Inhalte und kennt Formatregeln.
Text-Agent & Visual-Agent
erzeugen individualisierte Texte, Bilder oder Videos – konform mit Compliance-Richtlinien.
Layout-Agent
verwandelt Content in kanaloptimierte Layouts, ohne manuelle Gestaltung.
Compliance-Agent
sichert am Ende die regulatorische Konformität.
1
Briefing-Agent
übernimmt die Aufgabenklärung (z. B. von einem Produktmanager oder automatisiert aus CRM-Systemen).
2
Data-Agent
prüft Datenverfügbarkeit, ergänzt fehlende Inhalte und kennt Formatregeln.
3
Text-Agent & Visual-Agent
erzeugen individualisierte Texte, Bilder oder Videos – konform mit Compliance-Richtlinien.
4
Layout-Agent
verwandelt Content in kanaloptimierte Layouts, ohne manuelle Gestaltung.
5
Compliance-Agent
sichert am Ende die regulatorische Konformität.
Startpunkt: Mastercontent
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Standard-Briefing zu einem Finanzprodukt wird von Agenten in Master-Content überführt. Im nächsten Schritt generiert ein KI-Agent daraus in Echtzeit eine personalisierte E-Mail samt individueller Landingpage, ein Powerpoint Slidedeck und eine PDF. Der Clou: Die Inhalte – Text, Visuals, Call-to-Action – sind komplett auf die jeweilige Person zugeschnitten. Und das ohne manuelles Eingreifen – aber jederzeit überprüf- und steuerbar („Human in the Loop“).
Hyperpersonalisierung zahlt sich aus
Als Konsument:in möchten wir nicht nur kaufen – wir wollen verstanden werden. Darum belohnen wir echtes Eingehen auf individuelle Bedürfnisse ganz automatisch.
Growth
10% mehr Umsatz
Loyalty
80% erwarten personalisierte Experience
Upselling
Jede:r 2. Kund:in tätigt deshalb einen Impulskauf
Der Agentic Content Loop wird Realität
Was als Vision startete, steht nun kurz vor dem produktiven Einsatz: Der Agentic Content Loop ist mehr als ein Konzept – erste Tests in einem marktnahen Umfeld verliefen vielversprechend. Unternehmen aus dem Retail- und Finance-Sektor zeigen großes Interesse, nicht nur für einzelne Use Cases, sondern als skalierbare Infrastruktur für hyperpersonalisierte Kommunikation auf einem völlig neuen Niveau.
___________________________
1 https://www.similarweb.com/corp/reports/generative-ai-publishers/
2 https://www.amsive.com/insights/seo/google-ai-overviews-new-research-reveals-how-to-navigate-click-drop-off/
3 https://ahrefs.com/blog/ai-overviews-reduce-clicks/
Manuel Mayr
Manuel ist Director Impact Lab bei Premedia. Seit mehr als 15 Jahren unterstützt er Unternehmen dabei, die Herausforderungen der Digitalisierung durch den Einsatz von Marketing Technologien zu meistern.
Manuels Schwerpunkte
- Künstliche Intelligenz (KI)
- Customer Data
- Content Management